Haus und Grundbesitz 02/03_2013: Kann man ein Passivhaus wirklich selber bauen?

Haus und Grundbesitz 02/03_2013: Kann man ein Passivhaus wirklich selber bauen?

 

„Ist das wirklich so einfach, wie es aussieht?" Maria Büchner von der Klimaschutzleitstelle der Stadt Hannover hat schon viel von Selbstbau-Passivhäusern gehört und kennt sich in Sachen „Klimaschutz" eigentlich gut aus. Zusammen mit einer Studenten- und Handwerker-Delegation aus Hannover und Bremen konnte sie sich jetzt jedoch einen realen Eindruck auf einer echten Passivhaus-Baustelle machen: Anlass war der 20. Expertentag des „Netzwerkes Modernisierung" (diesem gehören 72 Unternehmer an, die sich alle mit energetischer Sanierung beschäftigen).

Diesmal also wollte man konkreten Praxisbezug: Aus energetischer Sicht, bietet sich dafür kein Baugebiet besser an, als der „zero:e"-Park in Hannover-Wettbergen - Europas größte zusammenhängende Passivhaussiedlung. Auf dem riesigen Areal schießen die Passivhäuser derzeit tatsächlich wie „Pilze aus dem Boden" und beweisen - Passivhaus ist eine Definition, die man auf verschiedene Art und Weise umsetzen kann. Eine davon ist das Selbstbausystem, mit dem Maurermeister Eckart-Rolf Hellmann aus Winsen an der Aller seine Bauherren von Beginn an vollständig in das Entstehen des eigenen Hauses einbezieht.

Ein Bausystem nach Nut- und Federprinzip

Das System basiert auf Schalungselementen, die nach dem Nut- und Federprinzip zu einer Wand gesteckt werden. Dabei sind die Elemente Dämmung und Schalung zugleich (nach Abschluss der Steckarbeiten, werden sie einfach mit Beton verfüllt).Der Clou: Binnen nur eines Tages lässt sich so ein komplettes Geschoss bauen. Dieses System erlaubt es sogar Laien, eine dichte und supergedämmte Gebäudehülle zu schaffen - und die ist für jedes Passivhaus nun einmal zwingend notwendig.

Ein ganzes Haus aus Neopor bzw. Styropor?

Die Elemente bestehen aus Neopor, einer Weiterentwicklung des Styropors. Und genau diese Tatsache trieb jetzt den einen oder anderen Besucher auch kräftig um: Wie kann Putz auf solche Wände aufgetragen werden? Was ist denn mit Stoßfugen? Und wie verhält es sich eigentlich mit der Diffusion? Wann trocknet der Beton in den Wänden richtig aus? Und welchen U-Wert erreicht man mit so einem Schalungssystem? „Berechtigte Fragen", sagt Eckart-Rolf Hellmann, „genau so würde ich auch nachhaken." Und natürlich kennt er die Antworten.

Viele Fragen und viele Antworten

In Hannover-Wettbergen war es Ralf Ottinger, einer von Hellmanns Mitstreitern, der alle Fragen geduldig und ausführlich beantwortete. Am Ende waren alle Unklarheiten beseitigt und dennoch blieben bei manchem Besucher letzte Zweifel. „Es wäre schlimm, wenn das nicht so wäre", schmunzelt Hellmann und ergänzt: „Die Besucher haben die praktische Umsetzung einer Philosophie, eines bahnbrechenden Bausystems gesehen. Wer von sich behauptet, das binnen weniger Minuten verinnerlicht zu haben, hat nicht richtig zugehört. Die Mehrheit unserer Bauherren beschäftigt sich Monate, wenn nicht sogar Jahre mit diesem Thema."

Baustellenberichte aus ganz Europa

Die Fragen der Besucher werden im Internet für jedermann einseh- und nachvollziehbar beantwortet. Aber nicht nur das: Unter www.das-passivhaus.de finden sich auch jede Menge reale Baustellenberichte aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland - zum Beispiel ganz aktuell sogar aus Norwegen...

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