BWI Juni/Juli 2015: Schwitzen Sie noch oder leben Sie schon?

BWI Juni/Juli 2015: Schwitzen Sie noch oder leben Sie schon?

„Die Zukunft wird heiß", titelte unlängst eine lokale Tageszeitung: Bis 2050 werde sich die durchschnittliche Jahrestemperatur um 2,5 Grad Celsius in der Region Hannover erhöhen. Und danach? Geht es weiter aufwärts: Um das Jahr 2100 herum müssen wir uns auf 80 Hitzetage pro Jahr einstellen. Das heißt konkret: Fast ein Vierteljahr lang wird es unerträglich heiß sein. Schuld daran trägt der Klimawandel.
Auch der Sommer 2015 hat, kaum begonnen, schon für erste Hitzerekorde gesorgt. Und das nicht im fernen Arabien, sondern quasi vor unserer Haustür, in Bayern, wo Anfang Juli 40,2 Grad gemessen wurden. Nun kann man sich bei Temperaturen um die 40 Grad in den Keller flüchten oder auf kalte Fußbäder setzen. Auch ein Trip nach Spitzbergen oder gar zum Nordkap klingt nach einer guten Option. Aber das dürfte auf Dauer kaum ausreichen.

Hitzewelle gelassen entgegensehen

Beim Gedanken an die nächste Hitzewelle können sich Passivhaus-Bewohner entspannt zurücklehnen. Wie das kommt? „Jedes Passivhaus ist so konstruiert, dass über Fassaden, Fenster, Fundament und Dach kein Luftaustausch - und damit auch kein Temperaturaustausch - stattfindet", erklärt Passivhaus-Experte Eckart-Rolf Hellmann von Hellmann varioform-haus. Das Unternehmen aus Winsen / Aller hat weltweit schon mehr als 1000 Passiv- und Energiesparhäuser geplant und betreut. „Im Klartext heißt das: Im Winter hat die kalte Außenluft oder beißender Nordwind keine Chance, über die Gebäudehülle nach innen zu dringen, weil diese Häuser besonders dicht gebaut sind. Und im Sommer wird dadurch der Hitze ein dicker Riegel vorgeschoben."
Das hätten Sie auch gern? Können wir verstehen! Nicht umsonst muss jedes Passivhaus einen Luftdichtheitstest, vielen auch besser als „Blower-Door-Test" bekannt, bestehen. Dass die Gebäudehülle so dicht ist, ist kein Hexenwerk, sondern das Ergebnis einer gezielten Planung.

Ganzjährig wohltemperiert

Umgekehrt bedeutet das Passivhaus-Prinzip, dass auch die Innenluft nicht durch die Wände nach draußen gelangt, sondern nur sehr gezielt über die automatische Be- und Entlüftungsanlage. Sie gilt als Herzstück eines jeden Passivhauses. „Die Bewohner stellen den Regler einfach auf ihre Wunschtemperatur ein, und innen bleibt es das ganze Jahr hindurch wohltemperiert", so Hellmann. „Trotzdem gelangt weiterhin frische Luft ins Haus, denn ohne geht's nun einmal nicht."
Wie das funktioniert? Ganz einfach: Die Lüftungsanlage saugt von außen Frischluft an, die im Gegenstrom - also über sogenannte Plattenwärmetauscher - mit der kühlen Abluft aus dem Hausinneren abgekühlt wird. Im Winter funktioniert das natürlich anders herum, dann wird die kalte Außenluft mit der wärmen, aber verbrauchten Innenluft erst einmal auf Temperatur gebracht.

Das Perpetuum mobile im Eigenheim

Was in Ihren Ohren vielleicht wie Hightech klingt, ist inzwischen Stand der Technik: Sogar Turnhallen werden mit Lüftungsanlage ausgestattet, um die sportliche Abwärme zum Erwärmen zu nutzen. Das klingt wie ein Perpetuum mobile, das höchst energieeffizient ist und unsere Ressourcen schont. „Dennoch: Wenn die Sonne so richtig vom Himmel brennt, wird es auch in einem Passivhaus warm - ohne Verschattung geht es nicht, wenn man die Lüftungsanlage nicht permanent auf Hochtouren laufen lassen will, was entsprechende Stromkosten nach sich ziehen würde. Doch da gibt es ja patente Lösungen durch Jalousien, Markisen, Raffstores & Co. - auf Wunsch auch mit elektrischer Steuerung, sodass sie sich selbst ausfahren", erklärt der Passivhaus-Pionier aus Winsen.
Für alle, die noch nicht in einem Passivhaus wohnen, gibt es zum Schluss aber noch eine gute Nachricht: Der Klimawandel sorgt dafür, dass es künftig weniger Frosttage gibt. Überlegen Sie also gründlich, ob sich die Anschaffung eines neuen Eiskratzers oder Wintermantels für Sie lohnt!

INFOKASTEN
Passivhaus: Eine Investition in die Zukunft

Wer scharf kalkuliert, weiß, dass ein Passivhaus rund 90 Prozent weniger Heizwärme als ein durchschnittliches Wohnhaus in Deutschland verbraucht. Angesichts steigender Energiepreise ist das Passivhaus also auf lange Sicht eine wirtschaftliche Investition.
Der Trend geht eindeutig hin zu Plus-Energie-Häusern, indem man sie mit Photovoltaik oder Kraft-Wärme-Kopplung ausstattet und einen Stromüberschuss erzeugt, der dann ins Netz eingespeist werden kann, sodass man neben der Einsparung von Öl, Gas, Holz und Kohle auch noch seinen Strom selbst erzeugt. Also ein wirklich energieautarkes Haus erschafft.

 

 

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