Haus und Grundbesitz 08/09_2013: Selbstbaupassivhäuser - eine echte Chance für Sparfüchse?

Haus und Grundbesitz 08/09_2013: Selbstbaupassivhäuser - eine echte Chance für Sparfüchse?

 

Am Bau wird gespart, was das Zeug hält und „maßgeschneidert" finanziert, auf das nichts schief gehen möge. Dieses Phänomen findet sich in allen Bereichen des Hausbaus. Leider klappt das nicht immer so gut - weder das Sparen, noch die Sache mit der Finanzierung. Dabei geht der Sparzwang nicht selten zu Lasten der Qualität am Bau - und das kann besonders bei Passivhäusern dramatische Folgen haben. Wer nämlich an einer Stelle zugibt, muss an anderer Stelle streichen - es sei denn, das Budget ist nahezu unbegrenzt. Tatsächlich? Muss das wirklich so sein? „Nein", sagt Eckart-Rolf Hellmann aus Winsen an der Aller, „Qualität und der Wille zum Sparen können durchaus harmonieren."

Das erste Gebot lautet: „Sachlichkeit und Vernunft walten lassen, damit am Ende nicht an der falschen Stelle gespart wird." Der Maurermeister vertritt ein Selbstbausystem für Passivhäuser und ist für seinen Rotstift bekannt. Von ihm erfährt man, wo beim Bau eines Passivhauses, ohne Abstriche bei der Qualität, gespart werden kann.
Im Rohbau steckt das größte Sparpotenzial, wenn sich ein Bauherr für den Selbstbau eines Passivhauses entscheidet. Die Wände bestehen nämlich aus Schalungselementen, die nach dem Nut- und Federprinzip gesteckt und anschließend mit Beton gefüllt werden.
Die Schalung dient dabei zugleich als Dämmung: Das ist eine praktische Sache, denn hier vereinen sich gleich mehrere Arbeitsschritte und das Stecksystem aus Neopor können auch Laien schnell umsetzen. Betoniert wird übrigens unter fachkundiger Anleitung und stets mit tatkräftiger Unterstützung eines Experten.
Das Richten des Daches, wie auch das Einsetzen von Fenstern und Türen, sind ebenso Bestandteil des Rohbaus, sollten aber in Expertenhände gelegt werden. Gespart werden kann wieder bei der Aufdach- und Zwischensparrendämmung: „Wer es sich zutraut, deckt das Dach sogar selber", ergänzt Hellmann. Auch an den Erdarbeiten sowie den Vorbereitungen für die Sohlenplatte kann sich der Bauherr beteiligen.

Sparen beim Innenausbau?

Der Rohbau eines Selbstbaupassivhauses steht, in Anbetracht der Logik, der dieses Bausystem folgt, in aller Regel überraschend schnell. Doch dann folgt der Innenausbau und der kann es durchaus in sich haben. Denn: „Hier gilt es, sämtliche Arbeiten besonders exakt auszuführen, um letztlich auch ein funktionierendes Passivhaus zu schaffen", erklärt Hellmann.
Während das Bausystem kleine Fehler im Rohbau verzeihen kann - sie lassen sich sozusagen im Handumdrehen korrigieren -, haben Mängel am Innenausbau ganz schnell heftige Folgen. „Ein Passivhaus, das im Innern schlecht ausgeführt ist, erreicht unter Umständen nicht die gewünschten, energetischen Werte - ganz abgesehen vom fehlenden Wohnkomfort", sagt Hellmann.
Trotzdem kann der Bauherr auch hier Hand anlegen: Ob beim Trockenbau, bei den Wasser- und Stromleitungen, bei der Dämmung der Sohle, beim Abdichten des Daches oder dem Verlegen der Lüftungskanäle - Arbeit gibt es reichlich. „Aber man sollte immer einkalkulieren, dass die eigene Zeit in der Regel auch echtes Geld kostet", mahnt Hellmann.

Nicht selbst überschätzen!

Ein Selbstbaupassivhaus ist kein Spaziergang, bietet aber durchaus die Möglichkeit, enorme Werte zu schaffen. Das passiert auf der einen Seite durch die Eigenleistungen, auf der anderen Seite durch die Qualität in Material und Ausführung.
„Wer für sich selber baut, wird einen Handgriff lieber x-mal wiederholen, ehe er sich einen Fehler erlaubt", erklärt Eckart-Rolf Hellmann. „Überschätzen Sie sich nicht, sonst schleichen sich doch Mängel ein, wo keine sein dürfen."
Für das Sparpotenzial an einem Selbstbaupassivhaus gibt es keinen Richtwert. Eckart-Rolf Hellmann kennt den Grund: „Jedes Haus ist so individuell, wie der Bauherr selber, und jeder Bauherr hat individuelle Fertigkeiten sowie sein eigenes Umfeld, das unter Umständen helfen kann."
Also doch keine echte Lösung für Sparfüchse? „Doch", sagt der Maurermeister, „wenn man sein eigenes Potenzial realistisch einschätzt und unser Fachwissen, wie auch unsere Erfahrung nutzt, klappt das schon mit dem Sparen und der Qualität. Sprechen wir also darüber."

 

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